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Politiker-LAN im Deutschen Bundestag

Am 23. Februar 2011 fand auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP) und Manuel Höferlin (FDP) die erste Politiker-LAN im Reichstag für die Abgeordneten des Deutschen Bundestages statt. Ziel der Veranstaltung war es, in politischen Kreisen Berührungsängste abzubauen, Abgeordnete für das Thema Computer- und Videospiele zu sensibilisieren und die öffentliche Debatte zu versachlichen. Dazu wurde den Abgeordneten die Möglichkeit gegeben, selbst Erfahrungen und Eindrücke zu einem Medium zu sammeln, das für viele noch Neuland bedeutet.
 
Die Politiker-LAN wurde vom BIU mit 30 Spielestationen unterstützt. Dabei wurde die gesamte Bandbreite interaktiver Unterhaltungssoftware abgedeckt: Von Sport und Bewegungsspielen über Strategie-Games bis hin zu Action-Adventures und Ego-Shootern. Die Electronic Sports League (ESL) präsentierte mit Unterstützung bekannter Profi-Spieler von ESC Gaming und n!faculty eine klassische Counterstrike-LAN und führte anschließend interessierte Abgeordnete in die Mechanismen des Spiels ein. Abgerundet wurde der Abend durch ein medienpädagogisches Vortragsprogramm unter Leitung der Bundeszentrale für politische Bildung.

Insgesamt folgten rund 70 Abgeordnete und viele Mitarbeiter der Abgeordnetenbüros dem Ruf der Initiatoren, die ein positives Resümee zogen: Dorothee Bär (CSU): „Ich bin mehr als zufrieden. Es ist uns gelungen, die ganze Bandbreite zu zeigen, die die Computerspielbranche zu bieten hat. Wir haben den Kollegen gezeigt, welch künstlerische, kreative und wertvolle Arbeit die Branche leistet. Somit haben wir dafür geworben, die Debatte um Computerspiele differenzierter zu führen und nicht aus Unwissenheit den Fehler zu begehen, durch pauschale Urteile einen ganzen Wirtschaftszweig zu verunglimpfen.“
 
Jimmy Schulz (FDP):  „Ich bin sehr glücklich. Viele unserer Kollegen konnten in der Spielpraxis neue Erfahrungen sammeln und wurden von medienpädagogischer Seite aufgeklärt. Wir haben die Faszination erlebbar gemacht und Probleme offen diskutiert. Jetzt können diejenigen, die dabei waren, fundierter Entscheidungen über das Thema Computerspiele treffen. Ich würde mir wünschen, dass Politiker öfter selbst erleben, worüber Sie entscheiden.“
 
Manuel Höferlin (FDP): „Ich bin sehr zufrieden, dass so viele Kollegen unserer Einladung gefolgt sind. Gemeinsam konnten wir viele Spiele ausprobieren und darüber reden. Dies war genau mein Wunsch: dass wir uns untereinander austauschen und jeder vor Ort selbst erleben konnte, dass Computerspiele eine starke kommunikative Komponente haben. Das Bild des einsamen, bewegungslosen Spielers vor dem PC stimmt einfach nicht."