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Standort Deutschland

Computer- und Videospiele bilden eine zentrale Säule der deutschen Medienwirtschaft und haben 2013 mit einem Umsatz von 1,82 Milliarden Euro sowohl die Musikindustrie als auch die Filmindustrie an den Kinokassen in Deutschland überholt. In Europa nimmt der deutsche Spiele-Markt die zweite Position hinter Großbritannien ein.

Wie in anderen Kreativbranchen haben sich auch in der Spielendustrie internationale Produktionsstandorte herauskristallisiert. Zu den Hotspots zählen die USA, Japan und Kanada. Die deutsche Entwicklerlandschaft umfasst etwa 160 Unternehmen, die sich auf die Ballungsgebiete NRW, München, Berlin, Hamburg und das Rhein-Main-Gebiet konzentrieren. Etwa 55 Publisher haben sich auf das Verlegen von digitalen Spielen spezialisiert, weitere 80 sind sowohl als Publisher als auch als Entwickler tätig. Insgesamt sind etwa 10.350 Menschen in Deutschland entlang der gesamten Wertschöpfungskette entweder freiberuflich oder fest angestellt in der Spiele-Branche beschäftigt.

Mit dem Trend zu Online- und Browser-Spielen findet aktuell ein Paradigmenwechsel in der deutschen Spieleindustrie statt. Konnten sich bislang nur vereinzelt deutsche Entwickler wie Crytek auch international einen Namen machen, entwickelt sich Deutschland derzeit zu einem der weltweit wichtigsten Produktionsstandorte für Online- und Browser-Spiele. Das wirkt sich positiv auf den deutschen Arbeitsmarkt aus und erfordert einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften.

Diese Nachfrage stellt die Ausbildungslandschaft in Deutschland vor neue Herausforderungen. Vor etwa zehn Jahren wurden die ersten privaten Akademien in Deutschland gegründet, die sich auf die Ausbildung von Fachkräften für die Spiele-Branche spezialisiert haben. Seitdem haben auch zahlreiche staatliche Universitäten interaktive Unterhaltungsmedien in ihr Lehrprogramm aufgenommen. Um den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken und im internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren, ist es erforderlich, die Ausbildungssituation im Dialog mit der Wirtschaft quantitativ und qualitativ weiter zu verbessern.