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Standort Deutschland

Computer- und Videospiele bilden eine zentrale Säule der deutschen Medienwirtschaft und haben 2014 mit einem Umsatz von 1,89 Milliarden Euro sowohl die Musikindustrie als auch die Filmindustrie an den Kinokassen, sowie den Videokaufmarkt in Deutschland überholt. In Europa ist Deutschland der größte Spiele-Markt.

Wie in anderen Kreativbranchen haben sich auch in der Spieleindustrie internationale Produktionsstandorte herauskristallisiert. Zu den Hotspots zählen z.B. die USA, Japan und Kanada. Die deutsche Entwicklerlandschaft umfasst etwa 276 Unternehmen, die sich auf die Ballungsgebiete NRW, München, Berlin, Hamburg und das Rhein-Main-Gebiet konzentrieren. Etwa 67 Publisher haben sich auf das Verlegen von digitalen Spielen spezialisiert, weitere 107 sind sowohl als Entwickler als auch als Publisher tätig. Insgesamt sind rund 13.000 Menschen in Deutschland entlang der gesamten Wertschöpfungskette entweder freiberuflich oder fest angestellt unmittelbar in der Spiele-Branche beschäftigt. Zählt man auch die Beschäftigten hinzu, die sich in angrenzenden Bereichen Computer- und Videospielen widmen – etwa als Fachverkäufer im Einzelhandel, Journalisten, Wissenschaftler, Mitarbeiter von Behörden und Institutionen –, steigt die Anzahl der durch die Computer- und Videospielbranche gesicherten Arbeitsstellen auf rund 30.000.

Mit dem Trend zu Mobile, sowie Online- und Browser-Spielen findet aktuell ein Paradigmenwechsel in der deutschen Spieleindustrie statt. Konnten sich bislang nur vereinzelt deutsche Entwickler wie Crytek, Yager oder Deck 13 auch international einen Namen machen, hat sich Deutschland derzeit zu einem der weltweit wichtigsten Produktionsstandorte für Mobile, Online- und Browser-Spiele entwickelt. Das wirkt sich positiv auf den deutschen Arbeitsmarkt aus und erfordert einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften. 

Diese Nachfrage stellt die Ausbildungslandschaft in Deutschland vor neue Herausforderungen. Vor etwa zehn Jahren wurden die ersten privaten Akademien in Deutschland gegründet, die sich auf die Ausbildung von Fachkräften für die Spiele-Branche spezialisiert haben. Seitdem haben auch zahlreiche staatliche Universitäten interaktive Unterhaltungsmedien in ihr Lehrprogramm aufgenommen. Um den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken und im internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren, ist es erforderlich, die Ausbildungssituation im Dialog mit der Wirtschaft quantitativ und qualitativ weiter zu verbessern. Das Netzwerk BIU.Net bietet hierfür einen organisatorischen Rahmen, sowie inhaltliche Impulse.