Ein steuerliches Fördermodell für Games aus Deutschland

Computer- und Videospiele sind das Leitmedium der digitalen Gesellschaft: Sie sind Bestandteil unserer kulturellen Identität, sie sind Innovationstreiber, großartige Unterhaltung und spiegeln die Themen unserer Zeit wider. Games sind aus dem Alltag Millionen Deutscher nicht mehr wegzudenken, sie sind fester Bestandteil des Medienkanons und sie stehen gleichwertig neben Film, Fernsehen, Buch und Musik. Die Computer- und Videospielbranche ist darüber hinaus die weltweit am dynamischsten wachsende Medienbranche. Deutschland zählt zu den weltweit größten Absatzmärkten digitaler Spiele, der Anteil deutscher Produktionen am hierzulande erzielten Umsatz liegt jedoch bei nur 6,5 Prozent – und ist weiter rückläufig. Hauptursache für den schleichenden Bedeutungsverlust Deutschlands als Entwicklungsstandort ist die schlechte finanzielle Ausstattung der Entwicklungsstudios hierzulande, besonders im Vergleich zu ihren umfangreich geförderten internationalen Wettbewerbern.

Vor diesem Hintergrund hat der BIU mit zahlreichen Steuerrechts- und Förderexperten sowie Mitgliedern des BIU, BIU.Dev und BIU.Net und anderen Vertretern der deutschen Games-Branche ein Modell zur steuerlichen Kulturförderung im Bereich interaktiver elektronischer Werke ausgearbeitet. Das Modell sieht vor, dass Entwickler des Kulturgutes Computer- und Videospiele mittels eines einfachen und berechenbaren Mechanismus gefördert werden, indem die Steuerschuld um einen Kulturförderungsbonus in Höhe von 25 Prozent der anrechenbaren Produktionskosten gesenkt wird oder, falls aufgrund fehlender Gewinne keine Steuerschuld vorliegt, die Differenz durch das Finanzamt ausgezahlt wird.


Die Senkung der Entwicklungskosten von Computer- und Videospiele ist zentrale Voraussetzung, um mehr Spiele in Deutschland entwickeln zu können. In den vergangenen Jahren ist der Anteil deutscher Spiele-Entwicklungen auch aufgrund umfangreicher Unterstützung von Games-Unternehmen in Großbritannien, Frankreich und den skandinavischen Ländern immer weiter gesunken. Die Zahl der Arbeitsplätze in der hiesigen Games-Branche wächst deutlich langsamer als der Gesamtmarkt. Und das trotz vieler Neugründungen von jungen, kreativen und innovativen Studios in den letzten Jahren.

Das vollständige Steuerkonzept sowie ein Entwurf des Kulturtests sind in dem folgendem Dokument zu finden:

Stephanie Lang
Referentin Services & Förderung
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